Hast Du einen unregelmäßigen Zyklus oder gar keinen Eisprung? Noch dazu leidest Du vielleicht unter Übergewicht, Eierstock-Zysten, Akne oder zu viel männlichen Hormonen? All das können Symptome für das Polyzystische Ovar Syndrom (PCOS) sein

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Das Polyzystische Ovar Syndrom


Hast Du einen unregelmäßigen Zyklus oder gar keinen Eisprung? Noch dazu leidest Du vielleicht unter Übergewicht, Eierstock-Zysten, Akne oder zu viel männlichen Hormonen? All das können Symptome für das Polyzystische Ovar Syndrom (PCOS) sein.

 

In unserer Praxis in Berlin Charlottenburg sehen wir viele Frauen, die unter den Symptomen von PCOS leiden. Häufig steht der Kinderwunsch an erster Stelle, aber auch Hautprobleme werden häufig behandelt. Nicht zuletzt ist für uns die Balance im weiblichen Zyklus wichtig für die gesamte Frauengesundheit! Mit Akupunktur und Chinesischen Kräutern können viele Beschwerden bei PCOS behandelt werden – als PCOS Experten kümmern wir uns aber nicht nur um die Symptome, sondern wollen die Ursache beheben!

Das PCOS gehört zu der häufigsten Ursache, wenn Dein Kinderwunsch an einer fehlenden oder gestörten Ovulation liegt. Das bedeutet, dass nicht jeden Monat ein Eibläschen (Follikel) springt. Da diese Follikel nicht richtig reißen, entstehen auch häufig Zysten- ein mögliches Symptom bei PCOS. Es wird auch häufig von eine Eizellreifungsstörung gesprochen. Im gesunden Zyklus reift die Eizelle mit dem Follikel in einem mehrmonatigen Prozess heran, um dann pünktlich zum Eisprung freigegeben zu werden. Nur so kann eine natürliche Befruchtung geschehen. Akupunktur bei Kinderwunsch und PCOS ist eine bewährte und erprobte Methode, um den Eisprung auszulösen und so die Fruchtbarkeit zu erhöhen. Als PCOS-Experte setze ich in meiner Praxis in Berlin Charlottenburg auch gerne unterstützend die Elektro-Akupunktur ein, vor allem, um das Symptom der Anovulation (= kein Eisprung) zu behandeln. Mehr kannst Du weiter unten im Text über Wissenschaft bei PCOS und Akupunktur lesen.

PCOS: Polyzystisches Ovar Syndrom

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PCOS: Das Polyzystische Ovar Syndrom

Was ist das PCO-Syndrom?

Eigentlich gibt es nicht „das eine“ PCOS. Vielmehr handelt es sich um eine Störung Deines Stoffwechsels, ein Komplex aus verschiedenen Symptomen, die zu den endokrinologischen Erkrankungen zählt. Da neben den Beschwerden häufig ein unerfüllter Kinderwunsch und Symptome im Rahmen des Menstruationszyklus bestehen, wird das PCOS auch häufig im Zusammenhang mit der Gynäkologie (Frauenheilkunde) gesehen. Wahrscheinlich betrifft diese hormonelle Störung 8-13% der Frauen im gebärfähigen Alter, wobei die unerkannten Fälle auf 70 % geschätzt werden. 

Und woher weißt du nun, ob du PCOS hast?

Die Symptome können unterschiedlich sein und nicht jede/r Mediziner/in diagnostiziert bei den gleichen Symptomen. Mitunter macht genau diese Unklarheit das Leben für die Betroffenen noch schwieriger. Es braucht PCO-Spezialisten, um hier integrativ und ganzheitlich zu diagnostizieren und zu behandeln. In Berlin arbeiten wir dafür mit Ärzten zusammen.

Symptome bei PCOS:

Häufig treten Symptome im Menstruationszyklus auf: fehlender Eisprung, lange Zyklen oder ausbleibende Menstruationsblutung. Dazu kommen Symptome des gestörten Stoffwechsels wir vermehrter Haarwuchs oder Akne im Gesicht und Übergewicht. Vielleicht wurden bei Dir im Ultraschall Zysten oder sehr viele Follikel (Eibläschen) gesehen, die sich typischerweise wie eine Perlenkette anordnen-das wohl deutlichste Symptom von PCOS. Ist das bei Dir der Fall, braucht es keinen PCO-Spezialisten für die Diagnose. Doch auch ohne dieses Polyzystische Ovar (=viele Bläschen) kannst Du ein PCOS haben! Und weil damit nicht genug Verwirrung herrscht, gibt weitere Erkrankungen oder Beschwerden in Verbindung mit dem PCOS. Hierzu gehört unter anderem die Insulinresistenz, aber auch Depressionen und andere psychische Symptome. 

Rotterdam Kriterien:

Wenn auch nicht immer befolgt, bieten die von verschiedenen PCOS-Spezialisten zusammen getragenen Rotterdam-Kriterien eine Richtlinie für die Diagnostik. Hier werden verschiedene Symptome zusammengefasst.

Zwei von drei der Kriterien sollten erfüllt sein:

1.      Störung des Eisprungs (ovarielle Dysfunktion)

– ausbleibende, unregelmäßige Zyklen oder mehrere Zyklen mit einer Länge von über 35 Tagen

zu viele männliche Hormone (Hyperandrogenämie)

– im Blut erhöhte männliche Hormone (Androgene) und/oder sichtbare körperliche Hinweise wie vermehrter Haarwuchs im Gesicht, Akne oder Haarausfall

Erhöhte Follikelanzhal im Ultraschall (polyzystisches Ovar)

– im Ultraschall zeigen sich mehrere, ungefähr gleich große Follikel, die typischerweise wie eine Perlenkette angeordnet sind



PCOS und chinesische Medizin

Nachdem also der westlichen Medizin eine klare Diagnostik fehlt, die Symptome vielfältig und die Ursache für PCOS bislang unbekannt ist, sieht sich die TCM hier im Vorteil. Die verschiedenen Symptome lassen sich durch die altbewährte Puls- und Zungendiagnostik der TCM wunderbar einordnen und ergeben ein sogenanntes „TCM-Syndrom“. Mit diesen Syndromen arbeiten wir in der TCM-Diagnostik und können so Erkrankungen ganz individuell bestimmen und behandeln. Im Vordergrund steht also nicht die medizinische Diagnose sondern Deine ganz individuellen Beschwerden und Symptome! Darauf legen wir in unserer Praxis in Berlin sehr viel wert.

Symptome in der TCM:

Während früher „alle“ Frauen Übergewicht als Symptom des PCOS hatten, weiß auch die westliche Medizin inzwischen, dass es verschiedene „Typen“ gibt. Auch sehr schlanke Frauen können unter PCOS leiden, dazu kannst Du mehr in meinem Blog zu einem Vortrag in China lesen. Wenn Du selbst TherapeutIn bist, interessiert Dich sicher mein Artikel im TCM-Fachverband der Schweiz https://tcm-fachmagazin.ch/fachmagazin-daten/mit einer Fallbeschreibung aus meiner Praxis in Berlin. Um Dir genau zu sagen, welche Störung Du aus Sicht der TCM hast, braucht es eine ausführliche Diagnose eines/einer in integrativer Frauenheilkunde ausgebildeten/n Spezialistin. Doch einige Symptome lassen sich gut zusammenfassen und können Dir helfen:

Bist du übergewichtig und antriebslos?

Diese PCOS-Symptome weisen auf eine Milz-Schwäche und Feuchtigkeit hin. Hier zeigt sich auch häufig eine Tendenz zu Zysten am Eierstock und dem polyzystischen Ovar im Ultraschall. Auch die Insulinresistenz und Depression sind oft zu finden.

Fragst du dich, was das mit der Milz zu tun hat?

In der TCM ist die Milz dafür zuständig, Nahrung in Energie umzuwandeln und Feuchtigkeit zu transformieren. Durch deine Konstitution (bist Du ein Erde Typ?) oder lange anhaltende Überlastung (zB durch fette, ungesunde Ernährung) der Milz, entsteht eine Milz-Qi-Schwäche. So bildet sich Feuchtigkeit im Körper, die dann für Blockaden und Deine Symptome sorgt. Du kannst Dir das auch als „zähen Schleim“ vorstellen: Schleim benebelt Deine Sinne und sorgt zum Beispiel für Antriebslosigkeit, Depressionen und andere psychische Symptome. Und wie sollen Deine Follikel springen, wenn alles „verschleimt“ ist?

Wie kannst du deine Milz unterstützen?

In erster Linie gilt: Schleimbildende Nahrungsmittel vermeiden! Das sind z.B.

  • Kuhmilch
  •  Weißmehlprodukte
  •  Zucker
  • Frittierte Speisen

 

Außerdem solltest Du regelmäßig und in Maßen essen, Pausen zwischen den Mahlzeiten einhalten und regelmäßige Bewegung betreiben. Lebensmittel wie Hirse, Adzukibohnen und Quinoa stärken die Milz. Die gute Nachricht: Wenn Du Deine Milz stärkst, unterstützt Du automatisch auch Deine Gewichtsabnahme! Lasse Dich im Punkt Ernährung unbedingt von einem PCOS Spezialisten beraten. In meiner Praxis in Berlin machen wir das zum Beispiel in der Beratung gleich bei unserem ersten Termin.

Bist du eher schlank und sehr ehrgeizig?

Dann würde Dich der/die TCM-TherapeutIn wahrscheinlich zum Holz-Typen einordnen (hier erfährst Du Deinen Typ). Damit ist die Leber besonders wichtig für Dich-und eben diese ist sehr stressanfällig. Bei schlanken PCOS-Frauen ist häufig das Leber-Qi blockiert, ein wichtiges Symptom. Wenn die Energie nicht im Flow ist, können auch andere Prozesse im Körper aus den Fugen geraten. Doch damit uns nicht langweilig wird wissen PCOS Spezialisten, dass bei PCOS auch ohne sichtbare Fettpölsterchen mehr Fett im Körper ist. Das macht keinen Sinn? Doch: Wissenschaftlich konnte erhöhtes viszerales („Eingeweide“) Fett beobachtet werden. Meine Erfahrung bestätigt das: In meiner Praxis in Berlin-Charlottenburg sehe ich auch in der Zungendiagnose bei schlanken PCOS-Frauen viel Hinweise auf Feuchtigkeit im Körper. Auf dem Kongress der österreichischen Akupunkturgesellschaft habe ich 2019 dazu sogar einen Vortrag im Plenum gehalten!

Also auch Gewicht abnehmen?

Bloß nicht! Es ist zwar ratsam, die obenstehenden Tipps zur Ernährung trotzdem zu befolgen, aber um Dein Leber-Qi zu bewegen gibt es andere Methoden. Zum Beispiel ist der Sport hier umso wichtiger, aber auch Lifestyle und Body-Mind-Techniken. Achte auf Deine stress-bezogenen Symptome und finde heraus, was Dir gut tut.

Bewegung gegen deine PCOS Symptome?

Bewegung sorgt für einen freien Fluss von Qi, also von Deiner Energie. Traditionell ist hier der Ausdauersport gemeint, der auf das Herz-Kreislauf-System wirken und für Entspannung sorgen soll. Der tägliche Arbeitsweg mit dem Rad ist zwar gesund, dient aber nicht der Entspannung-vor allem, im Berliner Straßenverkehr…. Aber jeden Tag nach der Arbeit ein ausgiebiger Spaziergang PLUS 3x/ Woche mindestens 30 Minuten Ausdauersport wirken wahre Wunder und beeinflussen Deine Symptome. Dabei sollst Du nicht bis zur Erschöpfung sporteln, sondern eher Deinen Körper und Geist in Fluss bringen. Wie wäre es zum Beispiel mit Tanzen? Dabei kommst Du nicht nur in Fluss, Du stärkst auch die Zusammenarbeit zwischen der Feuer- (Herz-Emotionen, Tanzen, Freude) und Wasser (Nieren, Fruchtbarkeit, Uterus)-Achse. Diese spielt bei Kinderwunsch eine große Rolle, wie Du in meinem Blog über Stress bei Kinderwunsch lesen kannst. Außerdem sorgen die Hüftbewegungen beim Tanzen für den Fluss an der richtigen Stelle: Schließlich wollen wir Blockaden im Unterleib auflösen und den Weg frei für einen Eisprung machen.

Für die Seele:

Mediation, Qigong, Taichi oder ruhige Yoga-Übungen wirken stress-reduzierend. Finde am besten selbst heraus, was für Dich am besten wirkt. Es gibt kein Allheilmittel und Du musst Deine Methode finden. Ganz ohne Druck, denn der verursacht noch mehr Qi-Stagnation. Versuche am besten verschiedene Techniken, schaue Dir Gruppen, Lehrer oder Videos an und lass Dein Bauchgefühl entscheiden.

Lifestyle:

Es gibt viele Bericht über die Auswirkungen von Stress, das erspare ich Dir hier. Besonders bei Kinderwunsch hilft ein „Entspann Dich einfach“ nicht wirklich und tolle Ratschläge bezüglich Deiner Arbeit sorgen oft für mehr Druck. Aber vielleicht ist es der Zeit heraus zu finden, was Du wirklich möchtest? Eine anstrengende Arbeit muss nicht unbedingt schädlichen Stress verursachen. Sind Deine Symptome am Wochenende besser? Solange Du Freude hast, kommt Dein Körper meist wunderbar mit Arbeitsstress zurecht. Doch langanhaltende Unzufriedenheit sorgt für Blockaden. Hier kann ein ganzheitliches Coaching helfen, neue Ziele und Wege zu finden. Handelt es sich um eine stressvolle Phase, die nur vorübergehend ist oder sich im Moment nicht ändern lässt, hilft Dir wahrscheinlich die Akupunktur am besten.

 

 

Hormonelle Symptome

Die Hormone im weiblichen Körper sind fein aufeinander abgestimmt. Wenn die Eisprünge ausbleiben, wie wir es beim PCOS häufig erleben, gerät das Gleichgewicht weiter aus der Balance. Normalerweise wird nach dem Eisprung das Luteinisierende Hormon (LH) ausgeschüttet. Findet keine Ovulation statt, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen dem Follikelstimulierendem Hormon (FSH) und dem LH (LH/FSH-Quotient). Dadurch wiederum kann auf das männliche Hormon können auch die männlichen Hormone (Androgene) steigen. 

Männliche Hormone

Die Folge ist, dass viele PCOS-Frauen an erhöhten männlichen Hormonen leiden. Das kann sich im Blut zeigen (Hyperandrogenämie) zum Beispiel durch den Testosteronwert.  Es kann aber auch sein, dass deine Blutwerte wie das Testosteron unauffällig sind, du aber trotzdem über zu viel Haarwuchs am Körper oder Haarverlust am Kopf leidest. Das können dann ebenfalls Symptome von zu viel Androgenen sein. 

Zusammenspiel

Nun beginnt ein Teufelskreis: Die erhöhten Androgene können sich wiederum in das Östrogen umwandeln, bevorzugt geschieht das im Fettgewebe. Aus diesem Grund kann das Übergewicht die Erhöhung der männlichen Hormone auch noch verstärken. Im Gegenzug aber bietet Gewichtsabnahme Dir eine gute Möglichkeit, um deine Hormone wieder in ein Gleichgewicht zu bringen.

 

 

Herrscht im Körper ein Übermaß an Östrogenen, also eine Östrogendominanz, wird die Ausschüttung des LH gefördert und das FSH gehemmt. Ein Eisprung kann so kaum noch stattfinden, das Ungleichgewicht der Hormone wird immer stärker und die Möglichkeit der Fruchtbarkeit sinkt.

Östrogendominanz

Östrogen ist ein wichtiges Hormon, das größtenteils von den Eierstöcken und in geringen Mengen von den Nebennieren produziert wird. Eine wichtige Aufgabe liegt in der Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane. Aber auch für den Erhalt des Skelettsystems, den Menstruationszyklus und eine gesunde Schwangerschaft ist Östrogen notwendig. Östrogen ist außerdem eines der wichtigsten Schwangerschaftshormone und unterstützt die Produktion von spinnbaren Zervixschleim, der für das Überleben der Spermien sorgt.

 

 

PCOS ist die häufigste Ursache für ovarielle Unfruchtbarkeit, also keine Schwangerschaft auf Grund von fehlenden Eisprüngen. Hier kann Östrogendominanz zusammen mit anderen hormonellen Ungleichgewichten, einschließlich erhöhtem Testosteron, eine Rolle spielen. Wie oben beschrieben, führt das Symptom einer ausbleibenden Ovulation zu anhaltend hohen Östrogenspiegeln und unzureichendem Progesteron.

Was macht das auf Dauer mit deinem Körper?

Ohne den Gegenspieler Progesteron kann der ständige Östrogenspiegel zu einem übermäßigen Wachstum der Gebärmutterschleimhaut führen. Schwere und/oder unregelmäßige Blutungen oder Perioden ohne Eisprung können die Folge sein. Mit der Zeit können dann weitere Symptome und Folgeerkrankungen entstehen.

Wie kann ich den Östrogenhaushalt beeinflussen?

In den letzten Jahren wird deutlicher, dass auch Chemikalien aus unserer Umwelt für ein hormonelles Ungleichgewicht sorgen. Diese werden Xenoöstrogene genannt und können das natürlich vorkommende Östrogen in unserem Körper nachahmen. Dadurch stören sie die natürlichen Prozesse der Hormone und werden medizinisch als endokrine Disruptoren bezeichnet.

An erster Stelle stehen hier Pestizide, Plastik mit Bisphenol A (BPA) und Phthalaten und Pflege- oder Kosmetikprodukte mit Parabenen. Noch ist unklar, wieviel Einfluss diese Stoffe haben. Es wird angenommen, dass besonders das BPA sich negativ auf PCOS auswirkt.

Deshalb empfehlen wir unseren PCO-Patientinnen:

  • Glasbehälter zum Erhitzen und Aufbewahren von Lebensmitteln
  • Getränke aus Glasflaschen
  • Weitestgehend auf Plastikverpackungen verzichten
  • biologische und hormonfreie Lebensmittel verzehren
  • Papierquittungen meiden oder danach Hände waschen
  • parabenfreie und biologische Haar- und Hautpflegeprodukte, z.B. MasterLin
  • viele Antioxidantien in der Ernährung

Nebennieren-Erschöpfung

Dein Überschuss an männlichen Hormonen kann aber auch eine andere Störung als Ursache haben. Schließlich entstammen alle unsere Hormone aus einem fein aufeinander abgestimmten System und das beginnt im Kopf. 

Warum im Kopf?

Zuständig für die Regelung der hormonellen Prozesse ist die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse im Kopf. Und diese reagiert auf Stress. Wenn unser Körper im Fluchtoder Kampfmodus ist, schüttet die Hypophyse mehr ACTH aus, ein Peptidhormon, welches die Ausschüttung von Corticoidhormonen („Cortisol“) veranlasst. ACTH sorgt dafür, dass die Nebennieren mehr DHEA produzieren, auch DHEA-S (nach Sulfatisierung) genannt. 

DHEA

Während zur Verbesserung der Eizellqualität oder bei POI das DHEA als „Verjüngungsmittel“ bekannt ist (Achtung: keine Einnahme ohne Absprache mit Arzt/Ärztin), ist eigentlich eine Vorstufe für weibliche UND männliche Geschlechtshormone. Bei Frauen mit PCOS kann der Stress zu einem erhöhten DHEA-S führen, welches dann in männliche Hormone umgewandelt wird. Da dieses Hormon nur in den Nebennieren hergestellt wird, kann ein Bluttest oft weitere Hinweise liefern. Doch dieses Hormon muss immer im Vergleich zum Alter gesehen werden, als alleiniges Symptom reicht es nicht. Am besten fragst Du hier einen PCOS Spezialisten nach der Auswertung. Auch das Verhältnis von Testosteron und DHEA-S kann zur Diagnostik hinzugezogen werden.

Die Leber

Sowohl westlich als auch in der Chinesischen Medizin spielt die Leber bei allen Hormonregulationen eine große Rolle. Das sogenannte Entgiftungsorgan ist wichtig, um die oben genannten Schadstoffe auszuleiten und den Hormonkreislauf zu sichern. Auch an der Blutzuckerregulierung und dem Abbau von überschüssigem Östrogen ist die Leber beteiligt. In der TCM wirkt sich Stress auf die Leber auf, was ein hormonelles Ungleichgewicht zur Folge haben kann. Symptome hierfür sind innere Unruhe, Nervosität, Anspannung und Schmerzen.

 

Achte also gut darauf:

  •  regelmäßig sanft und gesund zu entgiften
  • Deine Leber nicht mit Alkohol und zu viel Fetten zu belasten
  • Durch Bewegung und Body-Mind-Techniken Stress abzubauen
  • Sorge für viel Anti-Oxidantien (Kohlsorten, Sprossen) und Bitterstoffe (Löwenzahn, Chicoree, Mariendistel) in Deiner Ernährung
  • Esse anti-entzündliche Lebensmittel wie Ingwer, Kurkuma und Ballaststoffe
 
 

Unsere Tipps gegen deine PCOS Symptome

Übergewicht reduzieren

Studien haben gezeigt, dass 10% Gewichtsabnahme bereits zu einer Erhöhung der Eisprünge und somit Steigerung der Fruchtbarkeit führen kann. Weniger und gesünderes Essen und regelmäßige Bewegung sind die Basis um Dein Gewicht zu reduzieren. Doch in der TCM betrachten wir den Menschen individuell und demnach ist auch „gesunde Ernährung“ nicht für alle gleich. Bist Du z.B. ein „Stressesser“, ist Deine Milz überlastet und verstoffwechselt die Nahrung nicht richtig. Im Stressmodus wird auf „speichern“ umgestellt und Du sammelst das Fett an. Hier sollten unbedingt Body-Mind-Techniken zu der Bewegung zugefügt werden. Auch die Akupunktur kann die Symptome lindern und Dich gut bei der Gewichtsabnahme unterstützen. Nadeln im Ohr sollen zum Beispiel dafür sorgen, dass Du weniger Appetit verspürst. Gerne unterstützen wir Dich in unseren Räumen in Berlin Charlottenburg oder auch online bei Deiner Gewichtsabnahme.

Ernährung

Iss eine große Auswahl an Obst, Gemüse und fettarmen Proteinen wie Huhn, Fisch und Bohnen. Alle tierischen Produkte sollten aus biologischer Haltung stammen. Werden die Tiere mit konventionellem Futter gefüttert, sind oft Hormone enthalten. Da diese bei PCOS sowieso im Ungleichgewicht sind, solltest Du sehr darauf achten. Vermeide außerdem Kuhmilchprodukte.

Blutzucker reduzieren

Begrenze die Zufuhr von Kohlenhydraten, ohne vollkommen darauf zu verzichten. Iss stattdessen gesunde Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte. Diese enthalten auch dringend benötigte Ballaststoffe.

Stress regulieren

Stressbewältigung hat nicht nur positive Auswirkungen auf Dein allgemeines Wohlbefinden, sondern kann auch viele Symptome verbessern. Stress regt die Produktion von mehr Hormonen an, darunter auch Testosteron. Wir empfehlen oft Qigong, Yoga, Meditation oder ruhige Spaziergänge.

Kinderwunsch

Die männlichen Hormone sorgen für eine schlechtere Eizellqualität. Um das zu verändern, braucht es etwas Zeit. Wenn Du schwanger werden möchtest, solltest Du am besten bereits einige Monate vorher Deine Hormone in ein Gleichgewicht bringen.

Nahrungsergänzungsmittel

Vielleicht hast Du schon von N-Acetylcystein (NAC) gehört. Eventuell hilft kann dieses Supplement, um den Testosteronspiegel, den Cholesterinspiegel, die Plasma-Triglyceride, die Low-Density-Lipoproteine und das Insulin zu senken. Aber vorher sollte stets eine Beratung durch Arzt/Ärztin oder HeilpraktikerIn mit PCOS-Spezialisierung geschehen. 

Darmgesundheit

Es hat sich gezeigt, dass das Darmmikrobiom durch Östrogen beeinflusst wird, aber auch, dass das Darmmikrobiom einen erheblichen Einfluss auf den Östrogenspiegel hat. Hast Du Symptome wie Durchfall, Reizdarm oder Verstopfung, spricht das für ein Ungleichgewicht an guten Bakterien. Aber auch ohne Symptome ist es wichtig, den Bauch im Blick zu behalten. Sorge für ein gutes Mikrobiom und einen gesunden Darm.

Akupunktur und Wissenschaft

Viele Studien beschäftigen sich mit der Wirksamkeit von Akupunktur bei PCOS. Meist geht es hier um die Auswirkung von Akupunktur und TCM auf die bestehenden Symptome. Herausragend ist hier die Stellung der Elektro-Akupunktur und die Wirkung auf den Eisprung. Eine Zusammenfassung der Effektivität von Akupunktur bei PCOS (Scoping Review) habe ich im Rahmen meines MSc-Studiums verfasst und hier veröffentlicht. Als Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für kontrollierte Akupunktur verweise ich auch gerne auf die dortige Studiendatenbank. Mein Kollege und Freund Sandro Graca aus Irland hat den aktuellen Stand der Wissenschaft (2021) auf Youtube sehr anschaulich dargestellt.

 

 

PCOS: Das Polyzystische Ovar Syndrom

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